Jahresgabe 2017/2018

Die Jahresgabe – eine Tradition, die bereits über Generationen erhalten bleibt. Seit der Gründung der Agentur bedanken wir uns jährlich bei unseren Kunden für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Jahresgabe fällt genauso kreativ aus, wie die Agentur selbst ist. Dieses Jahr erfreuen sich unsere Kunden an einer exklusiven Auflage, bestehend aus vier unterschiedlichen Holzschnitten „Ohne Titel“ von Christina Sauer.

Exakte Linienführung neben gekonnt eingesetzter Farbigkeit – das sind die Markenzeichen der Künstlerin Christina Sauer. Es ist selten, dass Künstler der Gegenwart eine stilistische Richtung verfolgen, ohne langweilig zu werden. Christina Sauer schafft dieses Kunststück, in dem sie die Grundthemen ihres künstlerischen Œuvres immer neu hinterfragt, kombiniert und reflektiert. Jede neue Druckgrafik aus ihrem Ibbenbürener Atelier belegt, dass es Sauer um das besondere Spannungsverhältnis von Flächen, Linien und Strukturen geht. Dahinter steckt ein jahrelanger Prozess der Entdeckung, der Beobachtung und der Wandlung.
Elvira Meisel-Kemper (Kunsthistorikerin)

Jahresgabe - 01
Jahresgabe - 01
Jahresgabe - 01
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Hier alle 4 Motive der Jahresgabe 2017/2018 im Überblick.
Mit der 4-teiligen Serie limitierter Drucke ohne Titel von Christina Sauer setzen wir unsere Galerie zum Thema „Wechsel/Veränderung“ fort.

Jahresgabe 2017/2018 von Eilinghoff+Team

Die 4 unterschiedlichen Farbholzschnitte „ohne Titel“ von Christina Sauer im Druckformat 10 x 16,5 cm wurden gedruckt auf einer Karlsruher Radierpresse auf Hahnemühle-Bütten „Alt Worms“ hellweiß, 300 g/m2. Für das untergründige, etwas größere Trägermaterial im Format 21 x 30 cm, wurde Hahnemühle-Museumskarton altweiß, Stärke 0,5 mm, verwendet. Beide Papiere sind lichtecht, säurefrei und alterungsbeständig und mittels archivierungssicheren, rückstandslos entfernbaren Klebepunkten miteinander verbunden.

2017
Limitierte Auflage: 4 x 60 Exemplare
Nummeriert und handsigniert

Arbeitsweise

Christina Sauer beim walzen

Die Hochdrucktechnik des Holzschnitts ist das Medium, in dem sich die Künstlerin Christina Sauer am besten ausdrücken kann. Experimentierfreude und künstlerisches Denken treffen im fertigen Druck zusammen.

Wer bei dem Wort „Holzschnitt“ nur an ein traditionelles Druckverfahren denkt, wird bei Christina Sauer eines Besseren belehrt. Gerne ergänzt Sauer das Druckverfahren durch malerische Mischtechniken oder andere Herangehensweisen aus dem Bereich des Drucks. Verschiedene Druckstöcke werden über- und nebeneinander, einzelne Druckstöcke in unterschiedlichen Farben und in Kombination mit wechselnden Schablonen abgedruckt. Mehrschichtiges Drucken führt durch zahlreiche Überlagerungen zu hoher Abstraktion. Schrifttypen können sich mischen mit Linien und abstrakten Formen. Reduzierte Formen prägen die Holzschnitte bzw. Mischtechniken und bieten der Sichtweise des Betrachters viele Assoziationsmöglichkeiten. Häufig stehen ruhige, monochrome Flächen im Dialog mit spannungsreich strukturierten Bildbereichen. Gewollte Zufälligkeiten ergänzen die Formensprache. Der eigentliche kreative Teil ihrer künstlerischen Arbeit liegt nicht schwerpunktmäßig in der Beschnitzung und Fertigstellung der Druckstöcke, sondern im Druckprozess selbst. Dieser vollzieht sich häufig in mehreren Schritten. Dabei gewinnt sie dem Hochdruckverfahren immer wieder mit technischer Virtuosität und großer Erfindungsgabe neue Möglichkeiten ab. Der reine Holzschnitt als klassisches Hochdruckverfahren bildet nur die technische Folie für das, was unter den Händen von Sauer entsteht.

Als Ausgangsmaterial für den Druckstock bervorzugt Christina Sauer, die ihr lichtdurchflutetes Atelier in Ibbenbüren hat, MDF-Platten. Der Grund: saubere, glatte und vollkommen strukturlose Oberflächen, die keinerlei natürliche Holzmaserung im später gedruckten Endergebnis zulassen oder von den reinen Schnittvorlagen ablenken. Parallel dazu finden oftmals (zuvor entsprechend präparierte) Baumscheiben als Druckstock Verwendung, deren Ursprungsland Schweden ist. Die Künstlerin ist durch ihre schwedische Mutter stark mit dem Land verwurzelt. Ihre Liebe zur skandinavischen Natur spiegelt sich häufig in ihren Arbeiten wieder und gibt ihr die nötige Inspiration. So ist es teilweise auch bei der Jahresgabe 2017/2018 für Eilinghoff+Team geschehen. Neben frei skizzierten Strukturen, lagen hier eigens erstellte Fotografien der schwedischen Natur als Motivquelle zugrunde. Gewandelt ins Graustufenbild und durch weitere Bildbearbeitung am Computer in Bezug auf Helligkeit und Kontrast, erfuhren Aufnahmen von Reisighaufen eine erhöhte Reduktion in ihrer Formensprache. Vielfach vergrößert und ausschnitthaft ausgewählt war dies z.B. die Grundlage für den Teil der Auflage, der eine grüne Farbfläche aufweist. Bei den Varianten mit den türkisblauen und roten Flächen wurden vor jedem erneuten Druckvorgang Papierschablonen aufgelegt, die den jeweiligen Abzügen eine individuelle Note geben.

Christina beim schnitzen

Die Jahresgabe ist Spiegelbild der Herangehensweise Sauers. Während sie bei der Erstellung von einzelnen Grafiken als Unikat meist intuitiv und frei arbeitet, geht sie bei der Konzeption von Grafikserien nahezu analytisch vor, um geschlossene Bildkompositionen zu finden und spannungsreiche Anordnungen innerhalb einer Grafikserie von mehreren Blättern zu schaffen.

Immer im Blick: harmonische Flächenverhältnisse, wiederkehrende und aufeinander abgestimmte Farben, ein ausgewogener Wechsel von Strukturen und bildgebenden Formen und eine gleichermaßen gute Wirkung aller Einzelblätter als Solo sowie im Verbund mit anderen Blättern der Serie.

Elvira Meisel-Kemper (Kunsthistorikerin)

Christina Sauer

Christina Sauer

Biografie

1976
in Osnabrück geboren, als Tochter einer schwedischen Mutter und eines deutschen Vaters
1997–2002
Studium an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Design (Grafikdesign/Illustration)
2001
Studentische Exkursion, „Grafist 5“ Internationales Grafikdesign-Symposium an der Mirmar-Sinan-Universität, Istanbul/Türkei
WS 2002
Diplomarbeit „N 68°13.772´- Ø 14°35.185´“ bei Prof. W. Troschke
seit 2002
tätig als freischaffende Künstlerin, Grafikdesignerin bei Eilinghoff+Team, Dozentin für Holzschnittworkshops am Kloster Bentlage in Rheine und im Atelier Sauer in Ibbenbüren

Stipendien

2001
Auslandsstipendium durch die Aldegrever-Gesellschaft (Münster) im „Kunstnerhuset” in Svolvær auf den Lofoten/Norwegen
2005
Internationales Projekt „DruckArt Bentlage 2005”, Kloster Bentlage, Rheine

Mitglied

seit 2006
Druckvereinigung Kloster Bentlage e.V.
seit 2007
KünstlerinnenForum MünsterLand e.V.
seit 2008
Welbergener Kreis e.V.

Öffentliche Ankäufe (Auswahl)

u.a. durch die Kunst- und Kulturstiftung Georgsmarienhütte, Kreis Steinfurt, Aldegrever-Gesellschaft Münster, Mathias-Stiftung Rheine (Jakobi Krankenhaus Rheine, Klinikum Ibbenbüren, Altenheim Maria Frieden Mettingen, Paulinenkrankenhaus Bad Bentheim), Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V., Kreis Borken (Stadtmuseum), St. Bonifatius Hospital Lingen (Privat- stationen), Kreissparkasse Steinfurt (Hauptstellen Ibbenbüren und Steinfurt), Sparkasse Westmünsterland Borken, Stadt Borken, Clemenshospital Münster, Natur&Stein Bergschneider Ibbenbüren...

Einzelausstellungen seit 2005 (Auswahl)

2005
Kunstverein Greven, Kunstturm Greven
2006
Sahlströmsgården, Torsby/Schweden Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V., Bremen
2007
Kunsthaus Alte Honigfabrik, Kunstverein Ibbenbüren
2008
Kunst und Kultur bei Fraunhofer UMSICHT, Oberhausen
2011
Kommunikationszentrum, Kreissparkasse Steinfurt
2012
Galerie et, Kunstkreis Versmold
2013
Kunst- und Kulturverein Dissen e.V., KuK-Haus Dissen
2014
Kunstverein Emmerich, „Haus im Park“ & Galerie und Kunsthandlung Kappelhoff, Emmerich am Rhein „Offenes Atelier“ C. Sauer/U. Möckel, Ibbenbüren
2015
Förderverein Kulturspeicher, Dörenthe
2016
Sillegården, V-Ämtervik/Schweden

Seit 1999 zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, diverse Preise.

Weitere Angaben unter: www.christina-sauer.com